Ein Shantychor singt in der Mühle
Moin, moin und herzlich Willkommen bei den stimmgewaltigen Seebären!
Zwischen Ijsselmeer und Rheinmündung liegt das Land der Friesen. Hier sind nicht nur die besten Seefahrer zuhause, sondern auch die besten Shantysänger. Die alten Seemannslieder gehören schon seit Generationen zu unserem Kulturgut und wir sind bemüht, dieses zu pflegen und an unsere Nachkommen weiterzugeben.
Dies tun wir nicht, um damit wie viele andere Shantychöre im Fernsehen aufzutreten und zu Ruhm und Reichtum zu gelangen, sondern einfach nur zu unserer Freude. Zweimal in der Woche treffen wir uns zum Singen in Hinrichs alter Mühle, in der bis vor kurzem noch Getreide gemahlen wurde, deren Flügelräder aber nun stillstehen. Doch sie gehört dennoch nicht zum alten Eisen, ebenso wenig wie wir, die wir nun nicht mehr zur See fahren, aber dafür umso mehr Geschichten erzählen und natürlich auch Lieder singen können.
Außerdem sind wir wohl der einzige Shantychor, in dem auch Frauen mitsingen dürfen, was unseren Shantys natürlich ein ganz besonderes Timbre verleiht. Mit ein paar weiblichen Stimmen klingen sie längs nicht mehr so rau und es ist auch ganz interessant, die Seefahrt mal aus weiblicher Sicht zu sehen.
Shantys sind ja eigentlich Arbeitslieder, die die Matrosen auf den Segelschiffen gesungen haben, um die schwere Arbeit an Bord und das Heimweh erträglicher zu machen. Sie berichten von dem harten Los eines Seefahrers, der weit von der Heimat und seiner Familie entfernt auf stürmischer See unterwegs ist. Sie werden meist auf Englisch gesungen und mit einem Akkordeon begleitet und sie haben sich über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert. Eines der bekanntesten Shantys ist „What shall we do with the drunken Sailor“, ein schneller Shanty, der immer beim Auswechseln der Mannschaft gesungen wurde. Dementsprechend langsamer aber ebenso rhythmisch waren die Shantys, die bei schweren Arbeiten wie dem Anker lichten oder beim Segel setzen gesungen wurden. In den Shantys steckt auf jeden Fall mehr Wahrheit und Seele als in den alten Seefahrergeschichten, die eher als Seemannsgarn bekannt sind.
In unserem Blog wollen wir über unsere Lieder, aber auch über viele andere Sitten und Bräuche in Friesland berichten, über das Leben und die herrlichen Natur an der Nordsee, über unsere Dörfer und Inseln und natürlich auch über die Seefahrt und Reisen über die Meere dieser Welt.